Über uns

Der Verein HELLE KAMMER – Raum für Fotografie Halle (Saale) e.V. engagiert sich als gemeinnütziger Verein für die Vermittlung des Mediums Fotografie an eine breite Öffentlichkeit. Fotografie wird dabei im weitesten Sinne einbezogen: dokumentarische wie inszenierte, angewandte wie freie, wissenschaftliche wie künstlerische, historische wie aktuelle, regionale, nationale wie internationale. Dem dienen vor allem Ausstellungen verschiedener Größe an unterschiedlichen Orten. Dazu kommen Veranstaltungen, so Vorträge, Podiumsgespräche, Filmvorführungen, Diskussionen, Workshops und Exkursionen.


Halle (Saale) – ein Ort der Fotografie

Im Jahr 1727 entdeckt in Halle der Universitätsprofessor Johann Heinrich Schulze (1687–1744) die Lichtempfindlichkeit von Silbersalzen. Er ist Universalgelehrter und einer der bedeutendsten Wissenschaftler seiner Zeit an der Academia Fridericana Halensis, der heutigen Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Mehr als einhundert Jahre später erscheint 1839 in Halle in C. A. Kümmels Sortiments-Buchhandlung G. C. Knapp die erste deutschsprachige Veröffentlichung zur eben erst patentierten Fotografie: „Vollständige Anweisung zur Verfertigung Daguerre’scher Lichtbilder auf Papier, Malertuch und Metallplatten durch Bedeckung und durch die Cammeraobskura und durch das Sonnenmikroskop“ von Friedrich August Wilhelm Netto (1783–unbekannt).

Im Wilhelm Knapp Verlag erscheint 1887 das erste „Jahrbuch für Photographie und Reproduktionstechnik“ von Josef Maria Eder (1855–1944) und wird bis 1932 jährlich vom Verlag herausgegeben. Ebenfalls ab 1887 erscheint im Verlag die „Photographische Rundschau“ und ab 1894 die Zeitschrift „Photographische Chronik“. Ab 1899 bietet Knapp sich auch als Vermittler für die „Verwertung Photographischer Erzeugnisse“ an.

Hans Finsler (1891–1972), einer der bedeutendsten Repräsentanten der Neuen Sachlichkeit in der Fotografie, richtet 1927 an der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein die erste Fachklasse für Sachfotografie an einer deutschen Kunstschule ein. 1932 übernimmt sein Schüler Heinrich Koch (1896–1934) die Leitung der Fotoklasse. Nach der Entlassung Kochs 1933 durch die Nationalsozialisten fotografieren vor allem die Finsler-Schülerinnen Annemarie Giegold-Schilling (1907–1982) und Alexandra Potter-Zollinger (1910-?), die Erzeugnisse aus den Werkstätten der Burg und nach dem 2. Weltkrieg die halleschen Fotografen Heinrich Ziegler (1912–1977) und Walter Danz (1904–1986).

Walter Danz wird 1952 als erster Fotograf in den Verband Bildender Künstler der DDR aufgenommen.

Der Wilhelm Knapp Verlag wird 1957 zum VEB Fotokinoverlag Halle mit seinem für Fotofachbücher und -zeitschriften bekannten Programm. Er bleibt bis Mitte des 20. Jahrhunderts einer der bedeutendsten Verlage zur Herausgabe fotografischer Bücher und Zeitschriften im deutschsprachigen Raum.

Das Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) gründet die Sammlung Fotografie. Grundlage der Sammlung ist der Nachlass von Hans Finsler. Leiter und Kurator wird T. O. Immisch (1953–2024). Heute umfasst sie ca. 80 000 Objekte. Schwerpunkte sind neben der Fotografie des Neuen Sehens und der Neuen Sachlichkeit, ostdeutsche und osteuropäische Fotografien nach 1945 sowie internationale zeitgenössische Fotokunst.

1995 wird eine Professur für Kommunikationsdesign / Fotografie im Studiengang Kommunikationsdesign an der BURG ausgeschrieben und Rudolf Schäfer (*1952) berufen, der bis zu seiner Emeritierung 2017 dieses Fach vertritt. Im Fachbereich Design kann man heute im Bachelor-Studiengang Kommunikationsdesign den Schwerpunkt Fotografie oder im Masterstudiengang Visual Strategies and Stories mit Schwerpunkt Fotografie studieren. Seit 2021 lehrt dort Stephanie Kiwitt (*1972) Fotografie.


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